Türkei-Panorama 20

Türkei-Panorama 20

Wie kann der Westen, der die Terroristen aufnimmt und sie unterbringt, nicht wahrnehmen, dass der Terror auch bei ihnen angekommen ist? Ist es denn nicht schade um so viele unschuldige Menschen?

Vor etwa zwei Monaten hatte ich gesagt, dass der Terror nicht nur für die Türkei und den Nahen Osten, sondern für die ganze Welt eine Gefahr darstellt und dass diese Plage in naher Zukunft jeden treffen wird. Wir stehen heute der kompliziertesten und organisiertesten Terrorvereinigung entgegen. Sie ist beinahe überall auf der Welt organisiert und hat es geschafft, in das Bürokratiewesen der jeweiligen Länder einzudringen. Sie ist so beschaffen, dass sie muslimisch mit Muslimen sein kann, christlich mit Christen, buddhistisch mit Buddhisten und säkular mit Säkularisten. Leider macht sich diese Vereinigung das unschuldige Glaubenssystem der Menschen zur Waffe. Die gülenistische Terrorvereinigung hat sich von EU-Ländern bis hin zu den ärmsten Ländern in Afrika etabliert. Sie heißt kurzerhand FETÖ. Der Rädelsführer dieser internationalen Vereinigung lebt leider in einem prächtigen Anwesen in den USA, die ja ein NATO-Mitglied sind.

Auch alle anderen Anführer dieser Vereinigung führen in Großbritannien, Kanada, EU-Ländern und Skandinavien ein wohlhabendes Leben. Die gesamten Verbrecher dieser Organisation, die in der Türkei einen Putsch versuchten, dabei hunderte Menschen töteten und tausende weitere verletzten und zehntausenden anderen das Leben ruinierten, sind in den Westen geflohen, allen voran in EU-Länder, die angeblich die Demokratie und Menschenrechte mehr als alle andere respektieren.

Die Akten dieser Terroristen sowie deren Adressen in den Fluchtländern wurden über Interpol den Behörden in diesen Ländern übermittelt. Die türkische Regierung forderte deren Auslieferung in die Türkei. Aber interessanterweise hat kein Verbündeter der Türkei dieser irgendwelche Terroristen ausgeliefert. Griechenland z.B., ein Nachbar der Türkei, hat der Türkei nicht nur die Putschisten nicht ausgeliefert, sondern es hat ihnen auch ein überdurchschnittliches Leben dargeboten. Mehrere Terroristen wurden zudem auf roten Teppichen empfangen. Sie erhielten sogar die Gelegenheit, im EU-Parlament Reden abzuhalten.

Die Türkische Republik und deren Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan haben aufdringlich gesagt, dass der Terrorismus nicht nur das Problem der Türkei ist, sondern ein internationales Problem und dass er eines Tages jeden treffen wird. Erdoğan hatte die Welt dazu aufgerufen, gegen den Terrorismus gemeinsam vorzugehen.

Doch EU-Länder, die normalerweise das menschliche Leben heilig sprechen, sowie die Verfechter von westlichen Werten haben sich gegenüber der Türkei äußerst hochmütig verhalten. Sie haben den türkischen Staatspräsidenten verachtet. Doch der Terror hat dieser Lücke in Europa nicht verzeiht. Von Großbritannien bis hin zu Griechenland zeigte er überall sein hässliches Gesicht. Bei Anschlägen in Paris und Brüssel wurden hunderte unschuldige Menschen ermordet.

Aufgrund des Konfliktes zwischen der Türkei und Russland, der durch den Abschuss eines russischen Jets ausgelöst worden war, hatte der russische Staatschef Wladimir Putin die Terroristen, die in der Türkei zahlreiche Menschen, darunter auch Frauen und Kinder, ermordet hatten, aufgenommen. Ihnen wurde erlaubt, in Moskau eine Vertretung zu eröffnen, bei deren Eröffnung der russische Außenminister Sergej Lawrow höchstpersönlich teilnahm. Auch damals hatte Erdoğan sowohl Russland als auch die Welt gewarnt und gesagt, dass der Terror kein Land und keine Grenzen hat. Wie ein Bumerang würde der Terror eines Tages diejenigen treffen, die ihn beschützten. Leider hatte Erdoğan recht. Diesmal machte sich der Terror Russland zum Ziel und erschoss dessen Botschafter in Ankara vor laufenden Kameras in einer Kunstaustellung. Der Botschafter zählte in Ankara zu den meistgeliebten Botschaftern. Denn seit seiner Amtseinführung hatte er sich für gute Beziehungen zwischen Russland und der Türkei bemüht. Nach dem Abschuss des russischen Kampfjets hatte er eine vermittelnde Rolle zur Beilegung des Konflikts gespielt, so als wäre er nicht der Botschafter Russlands, sondern der Bürger eines Drittstaats. Dank seinen intensiven Anstrengungen konnten die türkisch-russischen Beziehungen wieder ins richtige Gleis gebracht und die Missverständnisse beseitigt werden.

An dem Abend des Attentats auf den russischen Botschafter Andrej Karlow wurde in Berlin ein Anschlag verübt, mit mindestens zwölf Todesopfern und mehreren Dutzend Verletzten. Zur selben Zeit fand auch in Jordanien ein terroristischer Angriff statt. Auch hier wurden mehrere Menschen getötet. In der Schweiz wurde eine Moschee angegriffen.

Jeder, der die Terroristen aufgenommen hat, ist Mitschuld an der Ermordung aller unschuldiger Menschen, allen voran am Tod des russischen Botschafters. Die Feindseligkeit mancher EU-Länder gegenüber dem türkischen Staatspräsidenten Erdoğan hat diese Länder derart geblendet, dass sie es erwägten, sogar die Werte der europäischen Zivilisation mit Füßen zu treten. Diese Blendung kostet leider unschuldige Menschenleben. Wie kann der Westen, der die Terroristen aufnimmt und sie unterbringt, nicht wahrnehmen, dass der Terror auch bei ihnen angekommen ist? Ist es denn nicht schade um so viele unschuldige Menschen?

Ein Kommentar des ehemaligen Kriegsreporters Erdal Şimşek
Quelle: TRT Deutsch
http://www.trt.net.tr/deutsch/unsere-programme/2016/12/23/turkei-panorama-20-634980

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