Die PKK ist eine Terrororganisation und nicht „aber“

Derzeit wird man den Eindruck nicht los, dass in den europäischen Medien die Terrororganisation PKK als Verfechter der „Kurden-Rechte“, die nationalistisch-kurdische Partei HDP, als eine demokratische „Kurden-Bewegung“ lanciert wird.

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Die PKK ist eine Terrororganisation und nicht „aber“

Kommentar / TP – Als der Islamische Staat IS, bzw. richtig gestellt die Daesh, mit Selbstmordattentätern in Nordsyrien unter der syrischen Bevölkerung Angst und Schrecken verbreitete, in der Türkei unter Sozialisten und Linken ein Blutbad anrichtete, da verurteilte die deutsche Öffentlichkeit unisono diese barbarischen Akte.

Könnte man sich vorstellen, dass der politische Ableger der Daesh in Europa, Syrien oder der Türkei den Angehörigen dieser Selbstmordattentäter ihre Trauer kundtut? Mitnichten! Wieso hadert man dann aber mit sich, wenn es sich um die Terrororganisation PKK oder deren Splittergruppe TAK und deren Selbtsmordattentäter geht? Wieso sollte eine Person die sich inmitten einer Gesellschaft in die Luft sprengt,  besser gestellt sein, nur weil er angeblich den Willen der „demokratischen Völker“ verteidigt, die Rechte der „Kurden“ einfordert?

Was unterscheidet also die Daesh von der PKK? Während es keinem auch nur im Traum einfallen würde, den Angehörigen dieser Daesh-Selbstmordattentäter ihr Beileid auszusprechen, weder in der Gesellschaft, noch in der Politik, vielmehr die Tat geächtet wird, mussten in der Türkei paradoxerweise die Menschen mitverfolgen, wie eins ums andere Mal PolitikerInnen der nationalistisch-kurdischen Partei HDP an Trauerfeiern teilnahmen, die eigens für PKK- und TAK-SelbstmordattentäterInnen medial inszeniert wurden.

Man stelle sich vor, der Familie des Tunesiers Anis Amri wird in Berlin eine Trauerfeier ausgerichtet, an der PolitikerInnen teilnehmen und Reden halten. Oder wie wir desöfteren in den hiesigen Medien feststellen mussten, die PKK-Terrororganisation mit „aber“ und „Friedenswillen“ die Türkei angehalten wird, sich doch mit der PKK erneut zu versöhnen…

Würde die deutsche Öffentlichkeit eine Retourkutsche in dieser Form selbst ohne weiteres zur Kenntnis nehmen, sprich, wenn die türkischen Medien Deutschland oder Europa insgesamt mit „aber“ und „setzt euch mit der Daesh an einen Tisch“, um eine friedliche Lösung mit den „Dschihadisten“ einzuleiten, auffordern?

Man redet hier von „Frieden“, wenn man das Maul aufmacht, liest von „Demokratie“, wenn man die Zeitung durchblättert, nimmt es stillschweigend hin, wenn in der Türkei Trauerfeiern für PKK-SelbstmordattentäterInnen veranstaltet werden, bei der HDP-PolitikerInnen teilnehmen, aber selbst ist man sich derart Treu, dass die Angehörigen von Daesh-Selbstmordattentätern sich nicht einmal trauen würden, so eine politische Selbstinszenierung auf deutschem Boden zu veranstalten. Es wäre weder bei der RAF vorstellbar gewesen, noch wird es in Zukunft vorstellbar sein.

Aber in der Türkei darf die HDP laut europäischen Medien das und vieles mehr, weil die Partei der „demokratischen Völker“ das auf Androhung von Strafe von seinen Politmitgliedern einfordert. Nicht geringerer als der Co-Vorsitzende selbst, Selahattin Demirtas, stellte klar, was den Abgeordneten droht, wenn sie nicht an Trauerfeiern der PKK teilnehmen. Sie seien Volksvertreter, also müssten sie auch an Trauerfeiern des „Volkes“ teilnehmen. Dazu gehöre auch das „Volksmitglied“ und seine Angehörigen, der für die PKK oder TAK in den demokratischen Tod ging und dabei viele Menschen demokratisch legimitiert mit in den Tod riss.

Warum tut man eigentlich so etwas? Um die Wertschätzung über diese Tat zum Ausdruck zu bringen? Oder doch nur den Angehörigen ihr Mitleid auszusprechen. Für letzteren wäre man ja empfänglich, würde man es im kleinen Rahmen und ohne viel Aufhebens ausrichten. Aber bei allen Trauerfeiern, an der die HDP irgendwie vertreten war, hatte man das Gefühl, einer Politveranstaltung beizuwohnen.

Wenn die HDP schon der Meinung ist, dass Selbstmordattentäter und deren Mittel im Kampf um die „demokratischen Völker“ erzwungen werden, von der türkischen Regierung, dann sollten die doch wenigtens so konsequent sein und sich daran beteiligen. Aber während die PKK Ende 2015 bis Anfang 2016 den ganzen Südosten in ein Schlachfeld verwandelte, da war man sich dann als Partei doch zu schade, an den Straßensperren mitzuwirken oder Straßengräben auszuheben. Vielmehr forderte man einseitig die türkische Regierung auf, die Waffen niederzulegen. Kein Wort an die „demokratischen Kräfte“, die in den Städten für Chaos sorgten, Sicherheitskräften nach dem Leben trachteten.

Die HDP genoß währenddessen ihre Diäten des türkischen Parlaments, die Privilegien im Amt, um Waffen hineinzuschmuggeln, mutmaßliche Täter aus den umkämpften Gebieten herauszuschmuggeln. Manche wurden ertappt, später festgenommen. Andere hatten nicht soviel Glück und versuchten über SMS-Nachrichten und soziale Netzwerke auf ihre aussichstlose Situation aufmerksam zu machen, weil sie merkten, dass der „demokratische Kampf“ wieder einmal zum Scheitern verurteilt war.

Straßengräben, Barrikaden, Widerstand, Trauerbekundungen heiligen eben nicht die Mittel. Nicht die eines Terroristen, HDP-Abgeordneten und auch nicht die eines HDP-Vorsitzenden. Gegenwärtig sitzen mehr als die Hälfte der HDP-Abgeordneten in Untersuchungshaft oder sind in Polizeigewahrsam. Nicht nur weil sie am „demokratischen Widerstand“ teilnahmen, vielmehr weil sie erneut auf die HDP-Führung hörten, hören mussten und den Anordnungen der ermittelnden Justizbehörden nicht nachkamen. Die HDP erkennt nicht einmal mehr die Ordnung des Landes, die Gerichte, die Staatsanwälte oder die Polizei an, die ebenso Gehalt beziehen wie sie selbst. Soweit sind wir schon gekommen. Gekommen, weil die türkische Regierung samt der Bevölkerung der HDP ziemlich lange dabei zugeschaut hat, wie sie sich demaskiert: als der verlängerte Arm einer Terrororganisation, die nicht einmal mehr davor zurückschreckte, für Selbstmordattentäter Trauerfeiern einzurichten und daraus politisches Kapital zu schlagen.

In Deutschland wäre es unvorstellbar, dass irgend eine Gruppe oder Partei, an einer Trauerfeier teilnimmt, der ein oder mehrere Menschen absichtlich mit in den Tod riss.

Der türkische Vizepremier sagte während einer Rede zum Volk, dass man auf die Sprache achten müsse, weil es sonst irgendwann die eigenen Gedanken werden. Man sollte nicht von Türken, Kurden, Schiiten, Sunniten sprechen, sondern von der jeweiligen Terrorgruppen oder Milizgruppen sprechen: YPG, PKK, Al-Quaida, Daesh usw.. So eine Ansprache hätte man sich in Deutschland gewünscht. Stattdessen preschen irgendwelche Boxer, Fußballspieler und neuerdings auch deutsche Politiker vor und wollen der Türkei weismachen, doch mit der PKK über Frieden zu verhandeln. Vielleicht sollten diese Gestalten mit der Daesh über den Weihnachtsmarkt in Berlin diskutieren?

Quelle: Startseite

„turkishpress“
http://turkishpress.de/news/politik/31-12-2016/die-pkk-ist-eine-terrororganisation-und-nicht-aber

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