Der Putschversuch in der Türkei und die Auswirkungen.

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Nach dem vereitelten Putschversuch vom 15.07.2016 in der Türkei hat der hochgelobte Qualitätsjournalismus in Deutschland eine Renaissance erfahren, mit der längst vergessenen Epidemie des Dritten Reiches namens Propagandamedien in Deutschland, welches mit absoluter Machtabhängigkeit und gewissenloser Empathielosigkeit gegenüber den in Deutschland lebenden türkischstämmigen Mitbürgern tagtäglich manifestiert wird.

Diese eindimensionale Berichterstattung über den Putsch degradiert die Helden der ruhmreichen Nacht zu Extremisten, Faschisten, türkischen Pegida-Anhängern oder Schauspielern, und dass obwohl die gesamte politische Klasse in der Türkei und den Putschversuch auf Schärfste verurteilt hat. Das ist Verdrehung der Tatsachen auf hohem journalistischem Niveau.

Seit dem Putschversuch ist eine Lawine der medialen Aufwertung der Gülen – Terrororganisation ins Rollen gekommen, die als Zielsetzung eine Verharmlosung der Terrororganisation bis zur Unkenntlichkeit ausgibt. In dieser Hinsicht haben die Qualitätsmedien in Deutschland leider bereits vielfältige und jahrelange Erfahrungen mit der „sogenannten Arbeiterpartei“ PKK vorzuweisen. Anstatt die Helden des 15.07.2016 zu Wort kommen zu lassen bzw. die Familien der Märtyrer zu besuchen und Ihren journalistischen Aufgaben gerecht zu werden, wird seit Monaten die Gülenbewegung tendenziell verharmlost. Ihnen eine mediale Plattform zur Selbstdarstellung zu geben, kann man auch als Parteinahme interpretieren und ist auch ein bewusster Eingriff in die journalistische Unabhängigkeit.

Vielen Menschen in Europa ist bis dato nicht bewusst, was passiert wäre, wenn der Putsch in der Türkei erfolgreich verlaufen und ein Bürgerkrieg entfacht worden wäre. Das türkische Volk hätte sich den Putschisten nicht ergeben, mit dem Resultat, dass wir in kürzester Zeit mehrere zehntausend Tod zu beklagen hätten und hunderttausende Menschen vor dem Putsch nach Europa insbesondere nach Deutschland geflohen wären. Die territoriale Integrität der Türkei nicht mehr gewährleistet wäre und damit terroristische Gruppierungen wie der „Terroristische Staat“ (IS) oder die PKK/PYD einen weiteren großen Flüchtlingsstrom in Richtung Europa ausgelöst hätten. Ferner wäre der innertürkische Konflikt auch in der Konsequenz auf Europa herüber geschwappt und der soziale Frieden wäre bei den türkischstämmigen Mitbürgern nicht mehr gewährleistet. Vor allem in Deutschland wären gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Putschisten und Putschisten Gegnern an der Tagesordnung gewesen. Wobei die Putschisten innerhalb der türkischen Community in Europa eine verschwindend kleine Minderheit darstellen.

Auch der Konflikt zwischen Türken und der Kurden auf der eine Seite und der Terror Organisation PKK auf der anderen Seite wäre wieder entfacht worden. Daher ist es verwunderlich, dass ein Teil der Medien und der Politiker in Deutschland dieses Konfliktpotential bis heute nicht wahrnehmen. Auf einen letzten Punkt möchte ich noch hinweisen. Wer Putschisten unterstützt und damit, ausgelöst durch einen Bürgerkrieg, den Tod von zehntausenden Menschen gewissenlos in Kauf nimmt, hat jegliche Reputation verloren und sollte sich nicht wundern, dass ehrenvolle Menschen weder bei ihnen einkaufen, noch Aufträge an sie vergeben, noch bei ihnen im Restaurant essen gehen, da man sich dadurch mittelbar an den Finanzierungen der Putschisten beteiligen würde.

Es ist einfach schäbig und feige den Tod von unschuldigen Menschen bewusst in Kauf zu nehmen und anschließend in die Opferrolle zu schlüpfen. Solange die Gülenisten nicht zu rechtstaatlichen Prinzipien und damit zur demokratischer Grundordnung zurückkehren, solange werden sie von der restlichen türkischen Community in Deutschland zu Recht gemieden. Jeder aufgeklärte Europäer sollte Verständnis dafür aufbringen! Wäre dieser Putschversuch in Deutschland passiert, hätte der deutsche Staat genauso gehandelt, um die Souveränität und die Staatsgewalt wieder herzustellen. Seit über 40 Jahren haben die Gülenisten (Putschisten) den türkischen Staat infiltriert und dabei auch die Ditib und die UETD in Deutschland unterwandert. Daher muss es die dringlichste Aufgabe sein, alle Gülenisten von ehrenamtlichen oder hauptamtlichen Positionen, mit rechtstaatlichen Mitteln, zu entfernen.

Die türkische Community befindet sich zurzeit in Europa in einer außergewöhnlich schwierigen Lage. Jegliche pauschale Vorverurteilung dient sicherlich nicht dem sozialen Frieden und sollte daher tunlichst vermieden werden.

M. Teyfik Oezcan

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