PKK Symbole und die Medienpsychologie

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Im Jahre 1993 wurde die Terrororganisation PKK samt ihrer Symbole und Kennzeichen in Deutschland vom damaligen Innenminister Manfred Kanther verboten. Seitdem gab es diverse Prozesse gegen PKK-Anhänger, die mit PKK-Fahnen und Öcalan Flaggen demonstriert hatten. Aus augenscheinlich nicht nachvollziehbaren Gründe kam es vor deutschen Gerichten jedoch nicht zu einheitlichen Verurteilungen, wie es eigentlich bei einer staatlich verbotenen Terrororganisation geboten wäre.

Ob die deutschen Behörden in diesem Kontext bei der Terrororganisation IS genauso vorgehen, darf ernsthaft bezweifelt werden? Die nachträglich verbotene Flaggenaktion von Bilgili Üretmen mit einem Kochrezept in weiser arabischer Schrift auf einem schwarzen Hintergrund ist der beste Beweis dafür.

Warum sind nach einem Vierteljahrhundert des Verbots die öffentliche Wahrnehmung der PKK und ihrer Ziele nicht mit der Realität deckungsgleich? Woher kommt diese Diskrepanz, wer sind die Hauptverantwortlichen und welche Rolle spielen hierbei die Mainstreammedien?

Die gängigsten per Nachrichten oder Politikeraussagen suggerierte Interpretationen sind: Arbeiterpartei, Widerstandskämpfer, Sie wird als Terrororganisation angesehen (sieht der Kommentator aber nicht so), Demokratisches Autonomes Kurdistan, politische Partei oder in groteskerweise Friedensstifter.

Die deutschen Leitmedien und einige Politiker übernehmen dabei eine exponierte Rolle. Mit positiv konnotierten Schlagwörtern wollen sie den Bürgern vorgeben, bestimmte Einstellungen zur PKK zu übernehmen, damit sie entsprechend in einer bestimmten Weise handeln. Ferner wollen sie bei den Bürgern Gefühle erzeugen, die gegenüber den beworbenen Ideen, Symbolen oder Begriffen positiv besetzt werden sollen.

Eine positive Einstellung zur PKK impliziert in der Medienpsychologie auch eine günstige Bewertung und diese wird mithilfe von unterschiedlichen Inszenierungsstilen erreicht, die positive Gefühle auslösen sollen. Diese emotionale Bindung wird anschließend auch auf die Symbole übertragen. Ein mehrfach visuell dargebotenes PKK Symbol führt wiederum zu einer positiveren Einstellung gegenüber der PKK. Eine mediale Fortsetzung dieser Kampagne fängt schon bei kleinen Kindern im zarten Kindesalter an. Der Stunt Happo von Ferrero kann dafür ein Paradebeispiel sein. Das Logo auf der Brust ist fast identisch mit dem Symbol der PKK und unterscheidet sich nur dadurch, dass der grüne Aussenkreis nicht vorhanden ist, da es sonst auch in Deutschland verboten wäre.

Schon kleine Kinder wachsen mit ihren Helden inkl. dieses Logos auf der Brust mit dem Unterbewusstsein auf, daß dieses Symbol für die Kinder eine positive Energie ausstrahlt. Wie diese manipulierten bzw. indoktrinierten Kinder später auf die PKK emotional reagieren, kann man sich ausmalen.

Unter der Flagge der PKK sind mittlerweile über 40.000 Menschen ums Leben gekommen und wer dieses Symbol per se verniedlicht, verharmlost oder einfach ignoriert, verhöhnt auch die zumeist unschuldigen Opfer dieser brutalen Auseinandersetzung.

Mein Schreiben von letzter Woche an den Konzern Ferrero diente übrigens nicht nur dem Zweck, auf einen problematischen Sachverhalt hinzuweisen, sondern soll auch das Unternehmen bei zukünftige Marketingaktionen für diese Befindlichkeiten sensibilisieren.

M Teyfik Oezcan

Freier Journalist

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