DITIB – Bashing vom Mitglied des ZDF Fernsehrates.

ZDF – Ali Ertan Toprak

Ali Ertan Toprak sitzt seit dem Jahre 2016 im ZDF Fernsehrat und vertritt formell die Migranten in Deutschland. Seine Vorstellung über die Interessenvertretung der Migranten nehmen bisweilen skurrile Formen an und demonstrieren wiederholt und eindrucksvoll seine Überforderung mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe. Anstatt pflichtbewusst als Anwalt der Migranten aufzutreten, bekundet er öffentlichkeitswirksam Sympathien für Terrororganisationen und distanziert sich nicht öffentlich vom Terrorismus, von der Zwangsrekrutierung von Kindern für den Krieg, von der Vertreibung von Zivilisten, von der Vergewaltigung und der sexuellen Ausbeutung durch die PKK/YPG.

Sein Statement über den seit Jahrzehnten etablierten Islamverband DITIB, mit der plakativ anmutenden Überschrift“ Die DITIB ist mittlerweile die türkische Muslimbrüderschaft“, entspricht in keiner Weise der gelebten Realität und zeigt im Zeitalter des Postfaktischen, wie Personen, die im Fernsehrat sitzen und eigentlich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden müssten, permanent ihre einflussbare Positionen dafür ausnutzen, sich als Sturmführer gegen die DITIB instrumentalisieren zu lassen.

Mein persönliches Verhältnis zur DITIB

Seit über 35 Jahren verbindet mich persönlich eine ambivalente und distanzierte Beziehung zum Islamverband DITIB, die in den vergangenen Jahren, vor dem Hintergrund der Deutsch-Türkischen Beziehungen, ihre neue Rolle in einem europäischen Islam zu definieren versucht. Als kritischer und neutraler Begleiter der DITIB maße ich mir an, eine analysierende und nüchterne Betrachtungsweise gegenüber der DITIB an den Tag zu legen, um in dieser hitzigen Debatte nicht die Contenance zu verlieren.

Die DITIB ist in Deutschland ein eingetragener gemeinnütziger Verein, dessen Dachverband mit Sitz in Köln für die Betreuung und Unterstützung der über 900 bundesweiten Vereine verantwortlich zeichnet. Die Vereine unterliegen ausschließlich dem deutschen Vereinsrecht und nicht der türkischen Rechtsprechung. Die Führung der einzelnen Vereine obliegt lokal den Beitrag zahlenden Mitgliedern und wird nicht zentral von Köln aus besetzt, so dass bundesweit die einzelnen Vereine in der Praxis autark sind in ihren Handlungen und nicht als Befehlsempfänger dienen oder missbraucht werden können.

Zu den Hauptaufgaben der DITIB – Vereine gehört es u.a. das friedliche Zusammenleben in Deutschland zu fördern, Gebets Möglichkeiten für die muslimischen Mitbürger zu erschaffen, ferner die Bekämpfung von politischem oder religiösem Extremismus, die Jugendhilfe und Frauenförderung zu unterstützen und außerdem die Bildungs- und Kulturangebote, mit der Intension zu kreieren, die Integrationsangebote mit Inhalt zu füllen. Zu den generellen Aufgaben gehört definitiv nicht das Denunzieren oder das Beschuldigen von unbescholtenen Mitbürgern.

Insbesondere gehört es zu den vordringlichsten Aufgaben der DITIB – Vereine den interreligiösen und interkulturellen Dialog auf lokaler sowie regionaler Ebene zu fördern und auszubauen. Nur im offenen Dialog mit den Kirchen, Behörden, Vereinen und politischen Parteien kann das friedvolle Zusammenleben der multikulturellen Gesellschaft auf einem stabilen Fundament längerfristig verankert werden.

Es wäre wünschenswert gewesen, wenn Ali Ertan Toprak der Tragweite seiner medialen Diffamierung bewusst gewesen wäre und verantwortungsvoll mit friedvoller Absicht seine Position im Fernsehrat bekleiden würde. Leider ist er von der Förderung des sozialen Friedens genauso weit entfernt, wie die PKK/YPG vom Friedensprozess in Deutschland, Frankreich, Türkei, Irak oder Syrien. Die türkische Community wird zurzeit von Teilen der Medien in Europa zu Unrecht in eine außergewöhnlich schwierige Lage katapultiert.

Jegliche pauschale Vorverurteilung von friedvollen Mitmenschen oder friedensstiftenden Vereinen dient sicherlich nicht dem sozialen Frieden und sollte daher tunlichst vermieden werden.

M.Teyfik Oezcan
Freier Journalist

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