WISSENSCHAFTLER BESTAETIGEN ; Es war KEIN Völkermord.

In seinem 2005er Werk behandelt Lewy die Frage, ob die Deportation der Armenier im Osmanischen Reich inmitten des Ersten Weltkriegs tatsächlich als Völkermord an den Armeniern eingestuft werden kann oder nicht. Lewy vergleicht anhand der bekannten Quellen die gegensätzlichen Versionen und arbeitet die unstrittigen und die strittigen Punkte heraus.

Lewy erklärt, dass sich das Osmanische Reich in einer Existenzkrise befand, als es sich zur Deportation der Armenier innerhalb des Landes entschloss. Die Armenier lebten sowohl in Russland als auch im Osmanischen Reich. Als Russland und das Osmanische Reich Ende 1914 in den Weltkrieg eintraten und russische Truppen auf osmanisches Gebiet vordrangen entstanden alte Spannungen neu. Viele der osmanischen Armenier, die ohnehin seit langem Autonomie oder sogar einen eigenen Staat anstrebten, sympathisierten laut Lewy mit den Russen und den mit ihnen verbündeten Westmächten. Als später noch Versorgungsprobleme auftraten und die Briten im April 1915 auf Gallipoli landeten, von wo sie Konstantinopel bedrohten, entstand Panik. Die Deportation der Armenier wurde beschlossen.

Lewy errechnet eine Gesamtzahl von etwa 642.000 während der Deportation aufgrund von Verhungern, Krankheiten, Ermordung[18] umgekommenen Armeniern, was etwa 37 % der Vorkriegsbevölkerung entspricht. Lewy nennt mehrere Indizien, die gegen von der Zentralregierung geplante Tötungen sprechen. Er vermutet vielmehr, dass die gewaltige Aufgabe, mehrere hunderttausend Menschen in kurzer Zeit und angesichts eines höchst primitiven Transportsystems umzusiedeln, einfach die Möglichkeiten der osmanischen Bürokratie überstieg.

Lewy gibt an, dass auch die drei Säulen des wissenschaftlichen Völkermordvorwurfs – die Istanbuler Prozesse (Unionistenprozesse), die Rolle der Spezialorganisation (Teşkilat-ı Mahsusa), die Andonian-Dokumente – sowie die anderen vorgebrachten Beweise die Geplantheit der Tötungen und somit einen Völkermord im Sinne der UN-Konvention nicht nachweisen.

Darüber hinaus kritisiert Lewy in seinem Werk die Methoden und Thesen von Dadrian scharf, dem er absichtliche Übersetzungsfehler, selektives Zitieren und andere seriöse Verletzungen wissenschaftlicher Ethik vorwirft.[21]

Lewy gibt des Weiteren an, dass ihn die einstimmige Erklärung der International Association of Genocide Scholars, die Deportation sei ein Völkermord, nicht beeindrucke. Die International Association of Genocide Scholars ist ein Zusammenschluss der in Europa und Nordamerika forschenden Genozidforscher. Im Jahr 1997 hatte die Organisation eine Resolution verabschiedet, in der sie die Einstufung als Völkermord einstimmig bestätigte. Lewy gibt an, dass die Mehrheit dieser Forscher noch nie einen Fuß in ein Archiv gesetzt hat oder über das Thema keine eigenständigen Forschungen angestellt hat.

Lewy selbst stützt sich bei seiner Arbeit auf folgende Archive: die deutschen (Politisches Archiv des Auswärtigen Amts in Berlin), die britischen (Public Record Office in London) und die amerikanischen (National Archives in Washington) sowie auf die Dokumente im Archiv des Library of Congress in Washington. Des Weiteren zieht er publizierte Kollektionen von Archivdokumenten sowie Sekundärliteratur heran.

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