EU will „mit Anti-Erdoğan-Narrativ von eigener Schuld ablenken“

Auch der Solinger Rechtsanwalt und Türkei-Experte Fatih Zingal vertritt den Standpunkt, dass die Empörung in der EU über die jüngsten Schritte Ankaras in der Flüchtlingskrise fehl am Platze sei. Vielmehr habe die EU bereits 2013 die Chance verstreichen lassen, die Türkei bei ihrem Bestreben zu unterstützen, in Nordsyrien, wo das Assad-Regime seine Hoheitsgewalt verloren habe, eine international kontrollierte UNO-Schutzzone einzurichten.

„Die Türkei wollte nie in Idlib einmarschieren“, erklärte Zingal. „Der Krieg und diese Katastrophen hätten 2013 mit der von der Türkei vorgeschlagenen, international kontrollierten UNO-Schutzzone in Nordsyrien den Krieg und alle Fluchtbewegungen in das Ausland viel früher verhindert und beendet werden können. Assad hätte man auch so dazu bewegen können, abzutreten und Neuwahlen auszurufen. Sie haben es aber nicht geschafft. Und jetzt ist das Problem vor der Tür.“

Man versuche nun, so Zingal weiter, „mit dem Anti-Erdoğan-Narrativ von der Hauptschuld der EU abzulenken und sie der Türkei in die Schuhe zu schieben, was bisher am einfachsten war“. Die EU habe neun Jahre lang die Menschen in Syrien ihrem Schicksal überlassen. Selbst als Idlib 2017 mit Giftgas angegriffen wurde und die Türkei eingerückt sei, um eine Schutzzone für vier Millionen Zivilisten und Binnenflüchtlinge zu schaffen, habe man sie im Stich gelassen. Durch die jetzigen Angriffe seien neuerlich eine Million Menschen in die Flucht getrieben worden – während die Türkei ohnehin bereits vier Millionen Flüchtlinge versorge.

„Aber nachdem die Türkei die Grenze zu Europa für Flüchtlinge geöffnet hat, hat der Aufschrei der EU keine 9 Stunden auf sich warten lassen“, äußert Zingal gegenüber der Epoch Times. „Telefondrähte liefen heiß, erste Hilfszahlungen wurden in Aussicht gestellt und EU-Grenzen wurden verstärkt gesichert. Das einzige wirkliche Interesse der EU an diesen hilfesuchenden Menschen ist deren Abwesenheit.“

„Logische Konsequenz, die Freizügigkeit zu ermöglichen“

Sofern die EU je eine moralische Überlegenheit in Sachen Menschenrechten gehabt haben sollte, so habe sich diese „spätestens mit dem Einsatz von Knüppeln und Tränengas auf schutzsuchende Kinder und Flüchtlinge erledigt“.

Zingal betont, die Türkei habe sich an ihre Verpflichtungen aus dem Flüchtlingspakt von 2016 gehalten. Sie habe Flüchtlinge aus Idlib und anderswo aufgenommen, 112 000 hätten sogar die türkische Staatsbürgerschaft erhalten und man habe aktiv daran gearbeitet, die syrischen Flüchtlinge in die türkische Gesellschaft zu integrieren. In einigen Fällen sei dies jedoch ohne Erfolg geblieben und die Betreffenden hätten andere Ambitionen gehabt – nämlich in die EU zu gelangen.

Da viele der Flüchtlinge ohnehin nicht in der Türkei verbleiben wollten und es für die türkische Regierung absehbar gewesen wäre, dass die Fluchtursachen nicht bekämpft werden würden, sei es, so Zingal, „nur eine logische Konsequenz, dass man den Menschen die Freizügigkeit ermöglicht hat“.

Auszug aus Epoctimes

https://www.epochtimes.de/politik/welt/fluechtlingskrise-erdogan-wird-erpressung-vorgeworfen-tuerkeiexperte-sieht-versagen-bei-der-eu-a3176408.html

Ein Gedanke zu “EU will „mit Anti-Erdoğan-Narrativ von eigener Schuld ablenken“

  1. Viele in Deutschland lebende Mitbürger sagen ja auch, dass diese in der deutschen Politik-Landschaft und in deutschen Medien unübersehbar existente Anti-Erdogan-Kampagne und dauerhafte Negativ-Berichterstattung über Türken und die Türkei sowie die zuvor nie in solchem Maße dagewesene antitürkische Ressentiments andienende Hetze der Sorte Böhmermann, AfD-„Politiker“ und Co. lediglich von Erscheinungen ablenken, welche das deutsche Ansehen anschwärzen und der Sorte „Deutsches Unvermögen“, wie z.B. hunderte Anschläge auf Moscheen, Ermöglichung der NSU-Morde mit 8 ermordeten Türken durch staatliches Wegschauen, Vertuschung der NSU-Morde durch schreddern von Beweisen oder Ernennung von nichtgeschredderten Beweisen als Staatsgeheimnis inkl. dem Wegsperren für 120 Jahre (sehr rechtstaatlich so was !), Protegierung und Duldung der eigentlich in Deutschland verbotenen und in der Türkei mordenden und bombenden Terrororganisation PKK, Hofierung und Asyl-Gewährung für die terroristisch-radikale Gülen-Organisation und Aufrechterhaltung des Gülen-Netzwerkes in Deutschland, Anschläge auf Türken wie in Hanau…um nur einige wenige Punkte anzuführen.

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